Evangelische Kirchengemeinde Burgholzhausen

Mutmacher des Glaubens

Vortrag über Martin Luther in der Evangelischen Kirche

Das Christentum ist eine Religion der Angtsüberwindung und der Zuversicht.” Mit diesen Worten leitete der Theologe Dr. Martin Bogdahn (im Fotos rechts, mit Kirchenvorstand Detlef Bauer) seinen Vortrag über “Luther als Mutmacher des Glaubens” ein. Der frühere Münchener Dekan und Oberkirchenrat von München und Oberbayern beschäftigt sich seit vielen Jahren mit theologischen Fragen rund um Martin Luther. Knapp 50 Menschen waren in die Evangelische Kirche Burgholzhausen gekommen, um seine Sicht auf den Reformator kennenzulernen.

“Luther ist wieder in”, stellte Bogdahn eingangs fest. Das liege einerseits natürlich am Reformationsjubiläum. Andererseits habe sich aber auch das Interesse der katholischen Kirche an Luther stark verändert. Während Luther von katholischer Seite früher nur verurteilt wurde, öffne er inzwischen ein weites ökumenisches Feld.

Bogdahn nahm seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine “gedankliche Pilgerreise” in die katholische Pfarrkirche St. Lorentius am Tegernsee. Dort würden die Gläubigen mit einer Inschrift willkommen geheißen: “Ein feste Burg ist unser Gott” – der Anfang des bekanntesten Liedes von Martin Luther.

Darin vertonte der Reformator 1528/29 Psalm 46 und brachte damit die Sehnsucht nach Schutz angesichts äußerer Gefahren wie der Pest oder Angriffe des Osmanischen Reichs zum Ausdruck. “Ein feste Burg ist kein konfessionelles Kampflied”, betonte Bogdahn, “sondern ein Mutmachlied des Glaubens”. Ein Indiz dafür sei, dass es zu einer Zeit entstand, als noch die Hoffnung bestand, dass die Christenheit in Einheit den richtigen Weg finden würde.

Bogdahn ging auch auf den Reichstag zu Worms und Luthers Auftritt dort ein. Mit einer Mischung aus Angst und Wut habe der Reformator sich am 2. April 1521 auf die zweiwöchige Reise über Erfurt nach Worms begeben. Am 16. April traf er in der Stadt am Rhein ein, einen Tag später musste er vor dem Reichstag erscheinen. Zitate aus einem Gebet, dass Luther in der Nacht vor der Entscheidung sprach, machen deutlich, wie sehr er mit dem eigenen Mut ringen musste. “Ach Gott! Ach Gott! (…) Stehe du mir bei, wider aller Welt Vernunft und Weisheit, tue du es, du musst es tun, du allein, ist es doch nicht meine, sondern deine Sache…” Auch wenn die berühmten Worte: “Hier stehe ich und kann nicht anders!” wahrscheinlich so nie gesagt wurden, schöpfte Luther aus dem Gebet die Kraft, seine Thesen nicht zu widerrufen. (kr)

Mitschnitt: Hören Sie hier den kompletten Vortrag von Dr. Martin Bogdahn

Die Aufnahme hat Mathias Burbach gemacht.

Bogdahn_2003-a

Schreiben Sie uns