Evangelische Kirchengemeinde Burgholzhausen

Nikolaus Ludwig, Reichsgraf von Zinzendorf und Pottendorf

Am 9. Mai 1760, also vor 260 Jahren, starb Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf auf seinem Rittergut Berthelsdorf in der Oberlausitz. Er war einer der bedeutendsten Vertreter des Pietismus, einer Reformbewegung innerhalb der evangelischen Kirche im 17. Jahrhundert, die sich gegen die erstarrte Orthodoxie in der Kirche wandte.

Die Pietisten (von lateinisch pietas = Frömmigkeit) traten für eine stärkere Mitarbeit der Laien ein und betonten die persönliche Frömmigkeit. Man traf sich in Hauskreisen, um die Bibelkenntnisse zu verbessern und über die persönlichen Glaubenserfahrungen zu sprechen und sich gegenseitig im Glauben zu stärken. Vielfach wurden die Pietisten als Sektierer angesehen.

Graf Zinzendorf, der Gründer der „Herrnhuter Brüdergemeinde“ und Vater der „Jahreslosungen“ wurde am 26. Mai 1700 in Dresden geboren. Sein gleichnamiger Vater war dort Minister im Kabinett August des Starken. Schon kurz nach der Geburt seines Sohnes starb der Vater. Die Mutter – Charlotte Justine geb. von Gerstorff, heiratet zwei Jahre später erneut und zog mit ihrem Mann nach Berlin. Ihr kleiner Sohn wurde von nun an von seiner Großmutter Henriette Katharina von Gerstorff auf deren Gut Großhennersdorf nahe Zittau erzogen.

Katharina von Gerstorff überzeugte Pietistin sorgte dafür, dass ihr Enkel zunächst von Hauslehrern im Geiste des Pietismus und seit seinem 10. Lebensjahr in dem berühmten „Pädagogium“ des August Hermann Francke in Halle erzogen wurde. Dort blieb er fünf Jahre.

Der junge Graf wurde zu einem Glaubenseiferer und wollte sein Leben bedingungslos Gott zur Verfügung stellen. Sein Bekenntnis lautete: „Ich habe nur eine Passion. Das ist ER“.

Ein Theologiestudium wurde aber von seiner Familie als nicht standesgemäß verhindert. Entsprechend der Familientradition musste er in Wittenberg Jura studieren. Nach der üblichen „Kavalliersreise“ (Bildungsreise) durch Europa trat er 1721 eine unbesoldete Stelle am Dresdener Hof als Hof- und Justizrat an.

Im Jahr 1722 heiratete er Erdmuthe Dorothea, Reichsgräfin von Reuß zu Ebersdorf, die eine pietistisch geprägtes Leben führte. Die Ehe war keine Liebesheirat, es taten sich vielmehr zwei Menschen zusammen, die eine „Streiterehe“ führen wollten, d.h. sie wollten beide ihr Leben dem Dienst für die Sache Gottes widmen. Von ihren 12 Kindern starben acht bereits im Kleinkindalter.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 21. Mai 2010
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Die Einweihung der „Neuen Lutherischen Kirch zu Holtzhaus“

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Vor 290 Jahren, am 15. Januar 1719, erfolgte die Einweihung der neuen „Lutherischen“ Kirche, unserer heutigen „Evangelischen“ Kirche. Die Jahreszahl ist über dem Altar zu lesen.

Lange hatten die evangelisch-lutherischen Einwohner von Holzhausen (Burgholzhausen) um den Neubau ihrer Kirche gegen den Widerstand des Ortsherrn, des katholischen Freiherrn von Ingelheim, kämpfen müssen. Doch vor dem Reichskammergericht in Wetzlar und vor dem Reichstag zu Regensburg hatte man schließlich die Genehmigung eines Kirchenneubaus an Stelle des alten baufälligen Kirchleins erkämpft.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 19. Januar 2009
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Aus unserer Kirchengeschichte (3)

Der Streit zwischen dem Landgrafen von Hessen-Homburg und dem katholischen Ortsherren von Holzhausen nahm zu, als der Freiherr v. Ingelheim den Neubau der lutherischen Kirche nach dem Einsturz des bisherigen Kirchleins ablehnte.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 28. Juli 2008
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Unsere Kirchengeschichte (2)

Der „Westfälische Frieden“ von 1648 garantierte allen Untertanen in Deutschland den jeweiligen Bekenntnisstand von 1624, dem so genannten „Normaljahr“. Das bedeutete, dass von nun an die Untertanen bei einem Konfessionswechsel der Obrigkeit diesem nicht länger folgen mussten. Ausgenommen von dieser Regelung waren allerdings die habsburgischen Erbland, Bayern und die Oberpfalz, in diesen Ländern wurde generell der katholische Glaube eingeführt.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 26. April 2008
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Kirchengeschichte: Der Streit um ein Kruzifix und zwei Bilder in unserer Kirche

Im Jahr 1659 entstand ein Streit zwischen dem zuständigen Pfarrer Christian Zahn aus Seulberg – zu dieser Zeit war die lutherische Gemeinde Burgholzhausen noch eine Filiale der Seulberger Mutterkirche – und dem Burgholzhäuser Schultheißen Hans Georg Burk.

Der Schultheiß und die beiden Kirchensenioren (=Kirchenvorsteher) Johannes Sattler und Hans Müller hatten gegen den Willen des Pfarres ein „Crucifix mit zweyen nemlich der Jungfrau Mariä und St. Johannis Bildern“ – also ein Kruzifix und 2 Bilder von Maria und Johannes – anfertigen und am 15. November 1659 auf den Altar der Kirche stellen lassen.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 7. Januar 2008
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175 Jahre „Gustav-Adolf-Werk“

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Am 16. November 1832, dem 200. Todestag des schwedischen Königs Gustav II. Adolf, gründete der Leipziger Superintendent Prof. Dr. Christian Großmann in Leipzig diesem zu Ehren das „Gustav-Adolf-Werk„.

Der Schwedenkönig hatte auf protestantischer Seite 1630 in den sog. „Dreißigjährigen Krieg“ eingegriffen als sich eine Niederlage der evangelischen Seite in der Auseinandersetzung mit der katholischen kaiserlich-habsburgischen Liga abzeichnete. Es gelang ihm 1631, dem kaiserlichen Heerführer Tilly eine empfindliche Niederlage zu bereiten, und damit die Übermacht der katholischen Liga zu brechen.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 20. November 2007
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Die Einführung der Reformation in Hessen und in unserer Gemeinde

Als Martin Luther am 31.10.1517 seine Thesen zur Beseitigung der Missstände in der damaligen Kirche veröffentlichte, beabsichtigte er eine Erneuerung, nicht aber die Spaltung der Kirche. Durch die schnelle Verbreitung des reformatorischen Gedankengutes im Volk, bei dem große Unzufriedenheit herrschte, wurde jedoch eine religiöse Bewegung ausgelöst, die nicht mehr zu stoppen war. Bald kam es zu einer Verflechtung von Glaubensanliegen und politischen Forderungen, was viele kriegerische Auseinandersetzungen zur Folge hatte.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 20. Oktober 2007
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Unsere Kirchengeschichte (1)

Im 8. Jahrhundert wurde unsere Gegend von Bonifatius christianisiert. Vermutlich war zu dieser Zeit die christliche Religion jedoch schon durch römische Soldaten bekannt geworden.

In den folgenden Jahrhunderten – bis zur Reformation – gab es nur eine christliche Kirche, die katholische. Nach der mittelalterlichen Weltordnung waren Kaiser und Papst gemeinsam für die Menschen verantwortlich, Politik und Religion gehörten zusammen.

Auf unser Dorf übertragen hieß dies: über viele Jahrhunderte war das Schicksal der Kirchengemeinde eng mit der Entwicklung der politischen Gemeinde verbunden. Kirchengemeinde war gleich Ortsgemeinde. Schultheiß und Pfarrer sorgten beide für das Wohl der Dorfbewohner, denn alle Einwohner waren auch Glieder der bis zur Reformation katholischen Kirche.

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veröffentlicht von Marianne Peilstöcker am 15. Oktober 2007
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