
Die große Einsamkeit beginnt,
Die Tage werden taub,
Aus deinen Sinnen nimmt der Wind
Die Welt wie welkes Laub.
(Rainer Maria Rilke)
Es wird Herbst. Man sieht es, man spürt es. Und langsam schleichen sich Gedanken an das kommende Weihnachtsfest in den Kopf – ganz unabhängig von den schon im September in den Supermärkten auftauchenden Lebkuchen. Bei “Weihnachten“ denken die einen oder anderen vielleicht auch an die Menschen, die nicht mehr im Frühling oder Sommer des Lebens stehen, sondern deren Welt schon herbstlich ist, aus deren Sinnen unsere so aktive – und damit zeitkonsumierende – Welt schon ein wenig herausgenommen ist. Und vielleicht macht sich auch ein wenig das schlechte Gewissen breit, daß man Mutter oder Vater, die Oma, den Opa oder den Nachbarn lange nicht mehr besucht hat. Jetzt, wo die Tage kürzer werden und Freizeitaktivitäten draußen seltener, wäre doch eine gute Gelegenheit, solch einem Menschen ein bisschen von unserem Sommer zu schenken – ganz einfach durch persönliches Dasein; denn auch für uns beginnt irgendwann der Herbst…
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Thilo
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6. Oktober 2011
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Zum bald anstehenden Erntedankfest:
„Lasst uns nie vergessen, dass die Pflege der Erde die wichtigste Arbeit der Menschen ist.“
Daniel Webster (1782-1852), Politiker
Wer sich – zum Beispiel anläßlich des Erntedankfestes – einmal ganz bewußt in der Natur umschaut, wird erkennen, dass Gott nicht „nur“ in der Kirche, sondern auch „draußen“ zu finden ist. Die Großartigkeit, in der sich Jahr für Jahr das Wachsen und Reifen, die Fülle, die die Natur uns bietet, wiederholt, spiegelt die Allmacht Gottes wieder und unterstreicht in Eindrucksvoller Art und Weise den christlichen Gedanken, dass Gott nicht nur in uns, sondern in Allem ist. Aber genau wie Glaube nur durch Pflege wächst und gedeiht, muss auch die Natur gepflegt werden. Unser Dank gilt daher ganz besonders denen, die sich dies zur Aufgabe gemacht haben und uns – der Ernte sei Dank – mit der Fülle von Lebensmitteln versorgen, die wir gewohnt sind. Lasst uns nicht vergessen: Es ist nicht selbstverständlich!
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Thilo
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14. September 2011
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Von dem, was du erkennen und wissen willst, musst du Abschied
nehmen, wenigstens auf eine Zeit. Erst, wenn du die Stadt
verlassen hast, siehst du, wie hoch sich ihre Türme über die
Häuser erheben.
(Friedrich Nietzsche 1833-1900)
Versteht man die Aussage Nietzsches nicht wörtlich, sondern im übertragenen Sinne – denn so ist sie auch gemeint – so stößt man schnell auf die alte Weisheit, dass man erst weiß, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat. Im Bezug auf die Kirche ist dies besonders deutlich: Schwindendes Interesse an Kirche allgemein, dem Gottes“dienst“ und sinkende Mitgliederzahlen zeigen, wie viele Menschen aus unterschiedlichsten Gründen Abschied nehmen von der Stadt, die hier die christliche Gemeinschaft symbolisiert. Aber: Ein Abschied heißt ja nicht „nie wiederkommen“; kehren Menschen nach einer – vielleicht langen – Zeit in die Stadt zurück, investieren sie in vielen Fällen große Energie, um die Stadt weiter auszubauen. Sie erkennen die Sicherheit und Chancen, die die „Stadt“ ihnen bietet. Und jeder verdient eine zweite Chance im Leben.
Thilo Schreiber
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Thilo
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11. August 2011
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Sommerzeit ist Ferienzeit!
Ferienzeit ist freie Zeit!
Warum in der freien Zeit nicht einmal nachdenken? Zum Beispiel hierüber:„Die gewöhnliche Frage: „Was sollen wir tun?“ muss mit der ungewöhnlichen Frage: „Von wo empfangen wir etwas?“ beantwortet werden.
Die Menschen müssen wieder verstehen lernen, dass man nicht viel geben kann, wenn man nicht viel empfangen hat. Die Religion ist in erster Linie die geöffnete Hand, eine Gabe entgegenzunehmen, und erst in zweiter Linie eine tätige Hand, Gaben* auszuteilen.“
(Paul Tillich)
*Gaben sollen hier nicht nur im materiellen Sinne verstanden werden!
Paul Johannes Tillich (* 20. August 1886 in Starzeddel, Landkreis Guben; † 22. Oktober 1965 in Chicago, USA) war ein deutscher und später US-amerikanischer protestantischer Theologe (Dogmatiker) und Religionsphilosoph. Er gehört zusammen zu den bedeutendsten deutschen Theologen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Einen schönen Sommer wünscht Ihnen und Ihren Familien
Thilo Schreiber
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Thilo
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17. Juli 2011
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