Evangelische Kirchengemeinde Burgholzhausen

Wutbürger des Glaubens

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung
Gedanken von Kirchenpräsident Dr. Volker Jung zum Osterfest 2012

Da stand es jetzt, schwarz auf weiß: dicker Rahmen und dürre Buchstaben. Eine Todesanzeige, plötzlich und unerwartet, mit Mitte 30. Im Betrieb war er beliebt: Auf ihn konnte man sich verlassen. Im Sportverein war er eine Stütze: Der Halt im Mittelfeld und immer dabei, wenn etwas anzupacken war. Was wird jetzt aus seiner Frau, den beiden Kindern? Der Schock saß tief. Warum bloß er?

„Gott tötet und macht lebendig, er führt hinab zu den Toten und wieder hinauf“, heißt es im diesjährigen Predigttext für den Ostersonntag (1. Samuel Kapitel 2, Vers 6). Das klingt nach einem harten Gott. Ein Gott, der den Tod zulässt. Ein Gott, der Menschen den Schmerz des Verlusts zumutet. Das ist ein Gott, der damit aber auch Verantwortung für das Letzte im Dasein der Menschen übernimmt. Nicht irgendeine Macht oder ein blindes Schicksal greifen nach dem Leben, sondern Gott selbst ist es, der das tut.

Verantwortliche sind gefragt. Mutige, die in der Politik und in den Firmenzentralen Rechenschaft ablegen können. Doch gerne werden Zuständigkeiten weitergereicht und damit weggeschoben. Oft ducken sich Verantwortliche weg, wenn ihr Kopf in Gefahr ist. Wer heute auf die Straße geht und demonstriert, muss manchmal erst einmal danach suchen, an wen er seinen Protest richten muss.

Christinnen und Christen haben eine Adresse für ihren Protest. Obwohl es uns schwer fällt, diesen Gedanken nachzuvollziehen: Weil Gott für den Tod der Menschen einsteht, können sie ihn dafür zur Rechenschaft ziehen. Oft bleibt nur, Gott ein quälendes „Warum?“ entgegenzuhalten oder gar zu schreien. Christinnen und Christen dürfen aber „Wutbürger“ des Glaubens sein. Ihre Protestplakate sind Gebete und Klagen. Sie können sicher sein, dass Gott ihre Verzweiflung hört.

Gottes Antwort auf den Schmerz des Todes ist die Hoffnung auf ein neues Leben. Das stärkste Zeichen ist die Auferstehung Christi. Gott erspart Christus die Schmerzen nicht. Aber er lässt ihn im Tod nicht allein. Aus den Tiefen des Todes führt er ihn zu neuem Leben. Gott zeigt Verantwortung für den Tod und weit darüber hinaus.

Dicker Rahmen und dürre Buchstaben, plötzlich und unerwartet: Für Menschen, die dem Schmerz des Todes begegnet sind, kann das ein großer Trost sein. Die Angst vor dem Tod ist nicht gebannt, aber hinter ihr scheint etwas auf: Es ist die Hoffnung auf ein neues Leben.

Die Auferstehung wird so zum Angebot an alle „Wutbürger“ des Glaubens, sich mit Gott zu versöhnen. Das feiern Christinnen und Christen an Ostern.

eingestellt von Uta Höck am 4. April 2012
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Die Karwoche und Ostern

Die Deutsche Bibelgesellschaft hat auf ihrem Bibelportal mehrere Seiten zum Thema Karwoche und Ostern gestaltet. Neben Informationen zu Brauchtum und Wortherkunft werden vor allem die biblischen Ereignisse des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu Christi beleuchtet, wie sie in den vier Evangelien des Neuen Testaments nachzulesen sind.

Lesen Sie weiter auf der Website der Deutschen Bbelgesellschaft:

Die Karwoche

Palmsonntag

Gründonnerstag

Karfreitag

Ostern

eingestellt von Uta Höck am 30. März 2012
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Karfreitag 2012

Bildbetrachtung zu „Karfreitag“ von Ralf Kopp

Motiv der Aktion Karwoche 2012 der EKHN

Der Darmstädter Künstler Ralf Kopp hat das Motiv zur Karfreitagsaktion geschaffen. Zu sehen ist eine Hand, das Wort „Opfer“ mit Fragezeichen und ein Ausschnitt vom Himmel.
Die Hand vor dem blauen Hintergrund fällt sofort ins Auge. Die Finger sind zum Zeichen für Sieg gespreizt: ein V für das englische „victory“. Die Handfläche ist durchbohrt. Der Künstler zitiert die traditionelle Darstellung des gekreuzigten Jesus. Historiker wissen zwar, dass Gekreuzigte damals durch die Handgelenke angenagelt wurden. Aber das Bild mit dem Stigma in der Handfläche hat sich in der Kunstgeschichte durchgesetzt. Sehr realistisch erscheinen die Wunde und das Blut. In zwei Strähnen ist es an der Hand herunter gelaufen. Als wäre es links und rechts um einen Nagel herum geflossen. Dazu muss man sich die Hand natürlich um 90 Grad gedreht denken, wie am Kreuz hängend. Jetzt ist sie davon gelöst.
Vom Rest des Körpers sieht man nichts. Das lässt die Hand besonders kraftvoll erscheinen. Die Spannung setzt sich in jeden Finger hinein fort. Es sieht so aus, als wollte sich diese Hand so hoch wie nur möglich strecken. Abgesehen von der Schrift ist um sie herum nur der Himmel zu sehen.
Ist das der Himmel vor zweitausend Jahren oder von heute? Bewusst bleibt diese Frage offen. Der Himmel ist seit jeher ein Symbol für etwas, das alles umfasst, Raum und Zeit. In der Sprache der Bibel ist der Himmel daher auch ein Name für Gott. Der Himmel und das Licht haben für die Hand dieselbe Funktion wie Heiligenscheine auf alten Gemälden. Sie stellen die Hand als etwas Großes heraus. Der Himmel gibt ihr Anteil an seinen Eigenschaften. Die Hand des Gekreuzigten streckt sich ewig und unendlich weit in Raum und Zeit aus. Gleichzeitig ragt sie in unsere Zeit hinein. Sie ist Gott-gleich.
Das Siegeszeichen werden viele als Anspielung auf Ostern verstehen. Jesus ist auferweckt worden und hat den Tod besiegt. Doch die Schriften im Neuen Testament der Bibel sehen den Tod Jesu und seine Auferweckung als ein zusammengehöriges Ganzes. Im Johannesevangelium sagt er als Sterbender „es ist vollbracht“ (Joh 19,30). Am Kreuz ist der eigentliche Sieg über das Böse errungen worden. Darum wird die Kreuzigung von Johannes auch doppelsinnig als „Erhöhung“ bezeichnet (u.a. Joh 3,14).
Aus dieser Sicht bekommt Ostern seinen Sinn durch die Kreuzigung. Nicht umgekehrt. Denn andernfalls wäre die Auferweckung bloß das Happy-End einer grausamen Geschichte. Doch die Bibel macht deutlich: Am Kreuz geschieht etwas von weltumfassender Bedeutung. Im Bild spiegelt sich dieser Gedanke durch die Beziehung zwischen Hand und Himmel. Über das Symbol Himmel wird auch anschaulich, dass Jesus Christus und Gott im christlichen Bekenntnis als Einheit verstanden werden. Die Pointe lautet also: Als Jesus am Kreuz stirbt, wird Gott selbst zum Opfer.
Das Fragezeichen neben dem Wort „Opfer“ regt zum Nachdenken an.
- Wer ist ein Opfer? Sicher ist nicht nur Jesus gemeint, sondern auch andere Menschen. Es stellt sich die Frage: Bin ich vielleicht selbst angesprochen?
- Was bedeutet „Opfer“? In den Nachrichten ist von „Unfallopfern“ die Rede. Auf Schulhöfen ist der Ausdruck „Du Opfer“ ein besonders gemeines Schimpfwort. Ist der Begriff heute überhaupt noch verwendbar? In der christlichen Tradition ist er fest verankert. Doch wird sein Sinn heute noch verstanden?
- Wer opfert wen? Es gibt das verbreitete Missverständnis, Gott wollte mit einem Opfer gütig gestimmt werden. Deswegen sei Jesus getötet worden. Doch in der Bibel wird der Tod Jesu genau anders herum verstanden: Da Jesus die Liebe Gottes verkörpert, opfert Gott sich selbst, um die Beziehung zwischen Gott und Menschen zu heilen.
- Ist „Opfer“ ein Begriff der Schande und der Schwäche? Nach biblischem Verständnis nicht. Damals mussten Opfertiere rein und gesund sein. Reinheit und Stärke wurde von den ersten Christen auch mit Jesus verbunden. Er ist nicht nur unschuldig hingerichtet worden. Es war auch von ihm eine starke Tat. Denn seine Kreuzigung war die Konsequenz aus dem, was Jesus getan und gesagt hat. Durch die Botschaft, dass Gott die Liebe ist, kam er zwangsläufig in Konflikt mit den lieblosen Zuständen der Gesellschaft. Schließlich beschlossen die Machthaber seiner Zeit, Jesus aus dem Weg zu schaffen. Die Evangelien erzählen, dass er das wusste. Er wurde nicht passiv geopfert, sondern hat sich – wie schon Paulus sagt – „selbst hingegeben“ (Gal 2,20). Sonst wäre alles verloren gewesen, wofür er friedlich gekämpft hat. Mit seinem Leben hat er die Liebe Gottes glaubhaft gemacht und mit seinem Sterben besiegelt. Das Bildmotiv macht das ohne Worte deutlich: Die verletzte Hand mit Siegeszeichen, rückt in die Nähe zur Siegerpose eines Revolutionärs, der weiß, dass sein Opfer nicht umsonst war.
Das Fragezeichen bringt Spannung in den Opferbegriff. Es lässt wichtige Fragen zu. Das Motiv der Hand deutet einige Antwortmöglichkeiten an. Jesus als Opfer ist gleichzeitig Sieger. Sein Opfer und die „Opfer“, die wir heute erleben, interpretieren sich gegenseitig. Ein Ergebnis könnte lauten: So wie Gott mit Jesus ist, so ist er immer noch auf der Seite der Opfer. Gott ist nicht auf der Seite der Täter, nicht auf der Seite der Gewalt. Sondern Gott ist die Hoffnung für alle, die unschuldig leiden.
Manche werden beim Anblick des Plakates denken: Bin ich selbst ein Opfer? Der christliche Glaube bietet die Möglichkeit, die eigene Lebenserfahrung in die Geschichte Jesu hineinzulegen. Wenn Gott in Jesus war, dann ist er auch in unseren Opfer- und Todeserfahrungen nicht wegzudenken. Gott kommt nahe, wo wir zu Ende sind. Darum vertraut das christliche Bekenntnis auch nicht darauf, dass die Stärkeren Recht bekommen. Durch Jesu Tod hat die Liebe Gottes ungeahnte Kreise gezogen. Die scheinbare Schwäche wird zur Stärke. Die Fragen sind damit nicht zu Ende. Doch das Plakat soll auch dazu anreizen, dass Menschen den Kontakt zur Kirche aufnehmen, vielleicht zu Mitarbeitenden in den Gemeinden oder ihre Fragen in einen Gottesdienst am Karfreitag mitnehmen und sich für ein Gespräch öffnen.
Markus Zink
(Referat Kunst und Kirche im Zentrum Verkündigung der EKHN)

Über den Künstler
Ralf Kopp, Jahrgang 1973, ist ausgebildeter Art Director und seit 1999 als freier Video- und Fotokünstler tätig. Seine Arbeiten beschäftigen sich in vielen Fällen mit elementaren menschlichen Themen: Geburt und Tod, Wahrheitssuche, Leid und Mitgefühl. Dies hat ihn auch zu einer intensiven Beschäftigung mit der christlichen Bildwelt gebracht. Das Bild Jesu und das Symbol des Kreuzes begegnet in seinem Werk mehrfach an entscheidenden Stellen. Der Künstler hinterfragt die üblichen Schemata auf ihren tieferen Sinn. Dafür löst er sie zum Teil auf und setzt sie in neue Zusammenhänge. Sowohl seine Video- als auch seine Fotoarbeiten setzen auf die Aussagekraft einer reduzierten Form und inhaltlich spannender Gegensätze. Ralf Kopp lebt und arbeitet in Darmstadt. Mehr über den Künstler auf seiner Webseite: www.ralfkopp.com.

eingestellt von Uta Höck am 25. März 2012
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Karfreitag 2012

Ein stiller Tag für die Opfer tut der Gesellschaft gut

Mit Großplakaten und Bannern trägt die EKHN den Karfreitag in die Öffentlichkeit
Mit einer bislang beispiellosen Aktion will die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) den tieferen Sinn des Karfreitags öffentlich erläutern und ins Gespräch bringen. Mit Bannern an Kirchengebäuden und Großplakaten auf Litfaßsäulen wirbt sie in verschiedenen Orten des Kirchengebiets an den Tagen vor dem Karfreitag 2012 (6. April 2012) für den Charakter dieses Feiertags.
Der Karfreitag erinnert an den Todestag von Jesus Christus und wird vom Gesetz zum Feiertagsgesetz besonders streng geschützt. Dazu gehören das Verbot von öffentlichen Tanzveranstaltungen und andere Bestimmungen, die für die sogenannten stillen Tage rund um den Karfreitag gelten. Daran hatten sich im vergangenen Jahr an einigen Orten Diskussionen entzündet. Darauf reagiert die EKHN nun mit ihrer Aktion.
Im Rahmen der Aktion werden im Kirchengebiet der EKHN an etwa 250 Stellen Großplakate zu sehen sein. Sie zeigen eine Hand mit einer Kreuzigungswunde. Sie erinnert an Jesus, der angenagelt an ein Kreuz starb. Gleichzeitig formen die Finger ein V – das Zeichen für Victory – Sieg. Dabei steht das Wort „Opfer?“. Auf den Plakaten finden sich Hinweise auf die Website der Aktion karfreitag.de sowie eine Telefonnummer, unter der kirchliche Gesprächspartner erreicht werden können.
Das Motiv ist bewusst anstößig gestaltet und soll zum Nachdenken, Informieren und Diskutieren anregen. Auch Kirchengemeinden sollen sich mit dem Thema Karfreitag beschäftigen. Das Plakatmotiv soll für Gottesdienste, Andachten und Unterrichtsstunden, die sich mit dem Leiden und Sterben Jesu beschäftigen, genutzt werden.
Karfreitag – Ein Tag für Themen, die sonst an den Rand gedrängt werden
Kirchenpräsident Volker Jung betont: „Als stiller Gedenktag rückt der Karfreitag Themen in den Mittelpunkt, die ansonsten an den Rand gedrängt werden. Das tut der Gesellschaft insgesamt gut. Es geht um die Aufmerksamkeit für das Leiden und den Tod von Jesus Christus und mit ihm für Menschen, die Schweres erleiden, und Menschen, die zu Opfern werden. Und es geht um die erlösende und befreiende Kraft Gottes. Damit führt das Geschehen des Karfreitags und des Osterfestes zum Kern des Glaubens. Der Begriff Opfer ist dafür ein Schlüsselbegriff, der zugleich auch in der Umgangsprache bedeutsam ist. Er reicht bis in die aktuelle Jugendsprache hinein, in der `Du Opfer…´ ein Schimpfwort ist.“
Viele Menschen haben heutzutage nur noch einen schwachen Bezug zur konkreten Bedeutung von Feiertagen, so auch zum Karfreitag. Sie kritisieren die Beschränkungen, die ihnen das Feiertagsgesetz dabei auferlegt. Andere fragen kritisch, ob ein rein christlich geprägter Feiertag in einer pluralistischen Gesellschaft noch zeitgemäß ist. In dieser Situation will die EKHN öffentlich informieren und mitdiskutieren. Der Karfreitag ist aus Sicht der Evangelischen Kirche nicht nur für Christen, sondern auch für die ganze Gesellschaft wertvoll als Gedenktag des Leidens und der Opfer. Darauf macht die EKHN mit ihrer Aktion aufmerksam.

eingestellt von Uta Höck am 23. März 2012
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Gottes Liebeserklärung an die Vielfalt

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung
Andacht zu Pfingsten 2011 (12./13.Juni 2011)

„Wir hören sie in unseren Sprachen von den großen Taten Gottes reden.“ Das ist ein Satz aus der biblischen Pfingstgeschichte. Er stammt von Männern und Frauen, die zusammengekommen waren, um miteinander zu feiern: Das jüdische Wochenfest zu Ehren der Zehn Gebote. Aus allen Herrgottsländern stammen sie. Helle und dunkelfarbige Köpfe, wie heute im Kindergarten einer Großstadt. Ein Sprachgewirr, wie auf einem internationalen Flughafen. Plötzlich ein gewaltiges Brausen. Ein Wunder geschieht. Jeder hört Gottes Wort in der eigenen Sprache. In Silben und Sätzen, die vertraut sind. Mit Bildern und Worten, die hängen bleiben. Gott macht Wind und bewegt die Menschen.

Es waren keine Sprachgenies, die sich damals zum Fest in Jerusalem trafen. Und trotzdem verstanden sie auf einmal, was Gott sagen wollte. Das hat seinen Grund. Gott begeistert die Menschen in ihrer Sprache. Gott wendet sich den Frauen und Männern aus unterschiedlichsten Nationen und Kulturen in ihrer Sprache zu – einem der wertvollsten Dinge, die Menschen haben. Indem Gott die verschiedenen Sprachen achtet, achtet er auch die Unterschiedlichkeit der Menschen.

In einer Welt, die immer verworrener wird, ist es nur allzu verständlich, dass sich Menschen nach einfachen Lösungen sehnen. Wie praktisch wäre es, eine einzige Sprache auf dem Globus zu haben. Aber auch wie eintönig. Wie vorteilhaft wäre es, wenn es nur eine Glaubensrichtung gäbe. Aber auch wie erschreckend engstirnig, weil Gott sich so auch nicht annähernd fassen lässt. Wie einfach wäre es, wenn mein Partner oder meine Kinder immer die gleiche Meinung hätten wie ich. Aber auch langweilig, oder?

In der Pfingstgeschichte geht es nicht um Gleichmacherei. Gott achtet die unterschiedliche Herkunft und Individualität der Menschen. Die Pfingstgeschichte ist damit zugleich eine Absage an alle Versuche, den Herausforderungen der Welt mit einfachen Lösungen beizukommen. Gottes Geist gibt die Kraft, die Vielfalt als Reichtum zu verstehen. Er wirkt, indem er Menschen zusammenführt und auf Christus weist, ohne dass sie ihre Unterschiede verleugnen müssen. Pfingsten ist so gesehen eine Liebeserklärung Gottes an die Vielfalt der Menschen.

An Pfingsten macht Gott Wind und bewegt die Menschen. Lassen wir uns von diesem Geist bewegen.

eingestellt von Uta Höck am 8. Juni 2011
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Lebendiger Adventskalender

Tragt in die Welt ein Licht

Auch in diesem Jahr gibt es in Friedrichsdorf wieder den „Lebendigen Adventskalender“, vorbereitet von einem ökumenischen Vorbereitungsteam und 24 Gastgebern.

Vom 1. bis 24. Dezember befinden sich an vielen Gebäuden in allen Stadtteilen Friedrichsdorfs festlich geschmückte Fenster mit den Zahlen 1 bis 24. An jedem Abend gibt es um 18.15 Uhr ein adventliches Programm bei einer von verschiedenen Friedrichsdorfer Familien oder Institutionen von etwa 30 Minuten (in der Regel im Freien!).

Weitere Informationen und den Handzettel dazu finden Sie auf der
Seite der Evangelisch-Methodistischen Kirche in Friedrichsdorf.

eingestellt von Veronika Heckel am 4. Dezember 2010
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Advent

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Advent
heißt Ankunft und auch Zukunft. Im Altertum bezeichnete dieser Ausdruck den Besuch eines neuen Herrschers in seiner Stadt. Für Christen sind es die vier Wochen am Anfang des Kirchenjahres, die auf das Weihnachtsfest vorbereiten. Jeden Sonntag wird eine weitere Kerze am Adventskranz entzündet, jeder Sonntag hat sein Thema. Der Erinnerung an Jesu Einzug in Jerusalem (1. Advent) folgt der Ausblick auf seine Wiederkunft am Ende der Zeiten (2. Advent). Zwei biblische Gestalten zeigen zudem die Spannung, die zur Adventszeit gehört: der herbe Bußprediger und den Weg des Messias bereitende Johannes der Täufer (3. Advent) sowie Maria, die Mutter Jesu, der die Geburt des Retters verkündigt und die so zur Frau „in guter Hoffnung“ wird (4. Advent). In den Gemeinden und darüber hinaus wird bereits vorweihnachtlich gefeiert, während die Geschäftigkeit vieler Festvorbereitungen einer Einkehr und Besinnung eher hinderlich sein mag. Das Violett als liturgische (Buß-)Farbe setzt für diese Zeit durchaus auch einen fragenden Ton: Wie steht es mit den Erwartungen für das eigene Leben, für Familie und Freundschaft, für das Miteinander hierzulande und unter den Völkern, für den Lauf der Welt?
Fotos: Ludwig Winkler, Stuttgart
Texte: Reinhard Brandhorst, Stuttgart

eingestellt von Uta Höck am 23. November 2010
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Ewigkeit

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Ewigkeit
in die Zeit leuchte hell hinein“, so singt ein Lied am Ende des Kirchenjahres. Das Ende lässt Christen in zweifache Richtung schauen: hoffnungsvoll hinaus auf eine Vollendung, wo „weder Tod noch Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr sein wird“ (Offenbarung 21), und zugleich prüfend zurück auf dies begrenzte Leben mit der Frage Jesu: „Was habt ihr getan?“ (Matthäus 25) Der Friedenssonntag und der Buß- und Bettag stellen nicht nur ethische Fragen zur persönlichen Lebensgestaltung, sondern auch zum Auftrag der Weltverantwortung des Glaubens. Erfahrungen des Versagens, Scheiterns und der Schuld begegnet die Zusage von Vergebung und Neuanfang. Am Letzten Sonntag im Kirchenjahr werden oft die Namen der Verstorbenen im Gottesdienst genannt. Die Hoffnung des ewigen Lebens eröffnet einen Horizont, vor dem Christen Abschied nehmen können. Selbst angesichts dunkler Zeiten gibt es Zuversicht und Ermutigung. Entsprechend steht in unserem Gesangbuch die Vision: „Gloria sei dir gesungen / mit Menschen- und mit Engelzungen, / mit Harfen und mit Zimbeln schön. / Von zwölf Perlen sind die Tore / an deiner Stadt; wir stehn im Chore / der Engel hoch um deinen Thron. / Kein Aug hat je gespürt, / kein Ohr hat mehr gehört / solche Freude. / Des jauchzen wir / und singen dir / das Halleluja für und für.“ (Philipp Nicolai)
Fotos: Ludwig Winkler, Stuttgart
Texte: Reinhard Brandhorst, Stuttgart

eingestellt von Uta Höck am 16. November 2010
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Reformation

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Reformation
Nicht nur ein Datum in der Geschichte, sondern eine bleibende Aufgabe ist nach dem Selbstverständnis der evangelischen Kirche die Reformation der Kirche. Dazu wird beispielhaft und hervorgehoben an den Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche in Wittenberg erinnert. Das Reformationsfest betont Gnade und Glaube und die Berufung auf das „Evangelium“ in der Bibel als Quelle und Maßstab der Verkündigung. Es zeigt so das „evangelische“ Profil; ohne die ökumenische Verpflichtung zu vergessen und den Schmerz über die Trennungen der Christenheit zu verdrängen. Noch weitere Gedenktage besinnen sich auf die „eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche“ und bedenken, was es heißt, als Christ zur „Gemeinschaft der Heiligen“ (Glaubensbekenntnis) zu gehören und von einer „Wolke von Zeugen“ des Glaubens (Hebräer 12) umgeben zu sein. So werden da und dort noch Aposteltage wie Petrus und Paulus am 29. Juni begangen oder Märtyrertage wie Stephanus am 26. Dezember; auch an Glaubenszeugen der älteren und neueren Geschichte kann gedacht werden. Ebenso erinnert das Kirchweihfest (oft im Oktober) Christen an ihren Auftrag. „Als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Haus und zur heiligen Priesterschaft.“ (1. Petrus 2) Rot als Farbe des Heiligen Geistes verbindet die Feste der Kirche.
Fotos: Ludwig Winkler, Stuttgart
Texte: Reinhard Brandhorst, Stuttgart

eingestellt von Uta Höck am 26. Oktober 2010
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Erntedank

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Erntedank
wird auf dem Lande wie auch in der Stadt gefeiert, denn es geht um mehr als das Ernten auf Feldern, in Weinbergen und Hausgärten. Auch wenn der Altar zumeist mit geernteten Früchten geschmückt wird, zeigt das Erntedankfest den Zusammenhang menschlicher Arbeit und Anstrengung mit dem empfangenen Segen, über den nur Gott verfügt. „Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“ (Matthias Claudius) Das wird im Blick auf die Nahrung, die wir brauchen, und die Natur, von der wir in hohem Maße abhängig sind, besonders deutlich. Die zur Kirche gebrachten Gaben anschließend bedürftigen Menschen weiterzugeben, verbindet Dankbarkeit und Teilen als praktizierte Nächstenliebe. „Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, vergesst nicht, denn solche Opfer gefallen Gott.“ (Hebräer 13) In den letzten Jahren ist der Wunsch nach einem eigenen Tag der Schöpfung laut geworden; nicht nur, um den Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung zu unterstreichen, sondern um eine Frömmigkeit zu entwickeln, in der die staunende Dankbarkeit über die Wunder der Schöpfung deutlicher betont wird. „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“ (Psalm 104)
Fotos: Ludwig Winkler, Stuttgart
Texte: Reinhard Brandhorst, Stuttgart

eingestellt von Uta Höck am 7. September 2010
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